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Geländeübungen zu tropischer Biodiversität in Brasilien Es geht weiter! 21. März 2009 von brasilienexkursion Eine Woche zwischen Exkursion und Praktikum Während wir Studierende uns eine Woche von uns und den Strapazen der Tropengewitter und pflanzliches Delirium im Botanisches Garten von Rio de Janeiro Dem Himmel nahe, Corcovado in den Wolken. (Foto: RR) Rio sehen und sterben! So heißt es nun mal. Wir haben uns jedoch ausschließlich auf Ersteres beschränkt. Am Freitag, den 13., ging es dann nach Rio de Janeiro, dem letzten Ziel der vierwöchigen Exkursion. Auf der Strecke dorthin kommen wir an einem Denkmal von Santos Dumont und einem Nachbau seines Flugzeuges, vielleicht des ersten, das wirklich aus eigener Kraft fliegen konnte, vorbei. Weiterlesen » Minasbarock und brasilianische Unabhängigkeit in Tiradentes Wir hatten den Mähnenwolf während drei unserer vier Nächte im Kloster zu Gesicht bekommen. Nun galt es auf dem Weg von Caraça nach Rio de Janeiro sich einen Tag lang einmal nicht biologisch, dagegen aber kulturell zu bilden. Das schadet nun wirklich niemandem, fiel aber einigen von uns nach dreieinhalb Wochen Wildnis doch schwer. . Die Basilica Bom Jesus de Matosinhos in Congonhas do Campo (Foto: KSS) (Binder, Fiebig, Koltzenburg) - Vier Wochen Exkursion sind eine lange Zeit. Neben dem Schwerpunkt Zoologie bleibt dabei genügend Zeit für Exkurse in die Geologie und Landeskunde Südamerikas und dieses Mal speziell in die Botanik. Wir haben das Glück, dass dieses Jahr neben Michael Koltzenburg zwei MitarbeiterInnen des Botanischen Gartens Tübingen dabei sind: die Technische Leiterin des Gartens, Brigitte Fiebig, und der Obergartenmeister Andreas Binder. Für ein Interview wird auch schon mal ein frisches Hemd hervorgeholt. (Foto: SI) Wie jedes Jahr ruft die Tübinger Brasilienexkursion das Interesse der Medien in Deutschland und Brasilien hervor. Heute war es wieder mal so weit. Der junge Fernsehkanal TV Justiça, der bei uns Phoenix entspricht, zeichnete eine Reportage über das Kloster auf. Unsere Exkursion war dabei eine willkommene Bereicherung für das TV-Team, und Dr. Radtke wurde über das wie und was der Lehrveranstaltung interviewt. Die 10 minütige Sendung wird brasilienweit ab dem 20.3. ausgestrahlt werden. Kloster Caraça – wo der Mähnenwolf zum Stinktier wird (RR) Nach 34 Stunden Busfahrt (!) sind wir von Bonito aus über Campo Grande in Belo Horizonte im Bundesstaat Minas Gerais und letztendlich im Kloster Caraça angekommen (neu: www.santuariodocaraca.com.br). Hauptgrund, weshalb R. Radtke die Exkursionsteilnehmer hierherführt, ist der Übergang des Vegetationstyps Cerrado in den des Atlantischen Regenwalds. Wie am Rio Cristalino führen verschiedene Pfade durch die Vegetation zu Wasserfällen, Araukarienhainen, einer Kapelle oder einem kleinen Gipfelkreuz. Das Kloster vom kleinen Gipfelkreuz. Rechts: Kirchturm mit Araukarie im Vordergrund Hauptattraktion hier in 1207 m ü. NN ist zudem ein Mähnenwolfpaar mit Jungen, das abends regelmäßig vor der Klosterkapelle auftaucht, wo es Küchenreste vorfindet. Weiterlesen » JuHe Bonito - Limnologie in kristallklarem Wasser Wie seit Jahren hat der Besitzer der JuHe in Bonito, Luiz Octavio, Ana Paula und Juliane die Aktivitäten unserer nächsten Tage bestens organisiert. 80 Rotgrüne Aras am Araloch und zweimal limnologische Demonstrationen in kristallklaren Flüssen. Die Temperatur der beiden Flüsse Rio da Prata und Sucuri war eine willkommene Abwechslung zu den hiesigen Bedingungen an der Luft. Pantanal 2: Fazenda Quatro Cantos (Hella Schmidt) - Nach ständig rapide sinkenden Komfortbedingungen befürchteten wir weiterhin das Schlimmste. Pedros ¨Schuhe¨, die Füsse unseres Guides auf dem Weg zur Fazenda. Foto: RR Dort erwarten uns tröpfelnde Duschen, Hängematten und Betten inklusive zahmem Großen Ameisenbär. Die Toiletten werden von (gerne urplötzlich ans nackte Bein springenden) Laubfröschen bewohnt – Nach einer Woche Staub das Paradies! Naturfotografie Am Rio Cristalino trafen wir auf die kanadische Profi-Naturfotografin Pantanal 1: Eldorado der Stechmücken Am Morgen des 26. Februar steuerten wir von der Jugendherberge in Campo Grande aus mit zwei Kleinbussen das 300 km entfernte, letzte 24 h Restaurant vor den leeren Ebenen des Pantanals an. Grosser Ameisenbär - der Wind, nicht der Fotograf, ist für die Aufstellung der Leute verantwortlich. Bald wechselten wir auf zwei offene geländegängige Kleinlaster, um endlich in das größte Binnenfeuchtgebiet der Erde einzufahren. Nachdem der Staub der Piste wenige Minuten später die Brillengläser verdunkelt hatte, drängte sich allerdings die Frage auf, wo denn das ganze Wasser geblieben sei. Wegen der außergewöhnlichen Trockenheit hatten wir dieses Jahr das besondere Glück weiter als bei jeder anderen Tübinger Exkursion ins Pantanal vordringen zu können. Weiterlesen » Brasilien-Zentrum 25. Februar 2009 von brasilienexkursion Nach einer durchfahrenen Nacht und einem Buswechsel gegen 04:00 Uhr in der Nacht haben wir heute 25 Stunden Fahrt um 16:00. Hier kann jeder noch einmal die zweckdienlichen Duschen nutzen und nach einem anstaendigen Fruehstueck morgen um 06:00 nehmen wir die letzte Etappe zu unserem Camp im Pantanal mit zwei Kleinbussen und LKW. Harpiennest — Nachtrag zur Harpie als Gruß an die Tübingen bezogene Ornithologen-Szene: Kurz vor der Ankunft der Exkursionsteilnehmer, und damit vor unseren zahlreichen Harpien-Sichtungen, konnte Rainer Radtke in der Chapada dos Guimarães nahe Cuiabá einen Prachthaubenadler (Spizaetus ornatus) am Nest mit Jungem beobachten. Foto: Fab — 1989 wurde die Tübinger zoologische Exkursion erstmalig durchgeführt, wir feiern also zwanzigjähriges Jubiläum. Erst 2006 konnten die Teilnehmer der Exkursion erstmals eine Harpie beobachten, damals am Nest mit Jungtier. 2007 wurde das Jungtier auf dem Gelände unserer Unterkunft in Alta Floresta gesichtet. Ende 2008 fing das Harpienpaar nach drei Jahren erneut an zu brüten. Heute konnten schließlich alle Studenten beide Harpien am Nest beobachten. Ihr Verhalten lässt darauf schließen, dass das Jungtier vor einigen Tagen geschlüpft ist. Bradley Davis, der 2005/2006 das Adlerpaar durchgehend beobachtete, erläuterte uns zum Abschluss der heutigen Führungen die Ergebnisse seiner Studien. Auf den folgenden Bildern kann man unsere ganz besonderen Eindrücke des Morgens bestaunen. Foto: FM Hemdenverschleiss unter Extrembedingungen Generationen von Teilnehmern der Brasilienexkursionen kennen es – das Hemd, genau dieses Hemd. Jetzt ist es (endlich) kaputt. RR Nest aus Leibern An der Vogelspinne und ihrer Feindin der “Tarantula Hawk”-Wespe haben wir es gesehen, im Regenwald haben Spinnen und Insekten andere Dimensionen. Das gilt auch für Ameisen. Nachdem die andere Gruppe ein Biwak entdeckt hatte, ein temporäres Nest, das nur aus den Körpern der das Nest bewohnenenden Wanderameisen (Eciton sp.) besteht, machte ich mich am nächsten Tag noch einmal auf die Suche. Über hundert Meter vom Neststandort des Vortags entfernt fand ich eine große Ameisenstraße, folgte ihr ins Dickicht und konnte das Nest tatsächlich unter einer Baumwurzel entdecken. Die Bilder sprechen für sich. Strasse zum Nest (Eciton sp.); Foto: FM Zoologischer Wahnsinn im Urwald Jeden Tag stehen pro Gruppe zwei von der Cristalino Lodge ausgehende Expeditionen an. Fast immer geht es auf einen der Trails in den Wald, einen Ausläufer des südlichen Amazonasregenwaldes. Weil wir uns in der Regenzeit (Dez. – April) befinden, müssen wir uns morgens immer wieder mal gedulden, bis sich der Regen auf ein vertretbares Maß abgeschwächt hat. Auf dem Boot sehen wir vom Cristalino aus Eisvögel, die pfeilschnell von einem Ast ins Wasser stoßen. Die Bäume am Ufer werden von Tukanen, hühnerartigen „Piping Guans“, Aras und Spinnen-, Saki-, Kapuziner- und Brüllaffen bevölkert. Die müssen sich in Acht nehmen, gleich mehrfach sichten wir eine riesige Harpie!!, der Traum vieler Ornithologen, genauso wie der Zickzackreiher. Im Dickicht der Ufervegetation erspäht eine Gruppe sogar unseren ersten Kaiman; in ihrem Nest über dem Wasser sitzen drei verängstigte junge Ibisse mit ihrer Mutter. Regenbogenboa Kaum ist um 5:00 die kurze Nacht vorbei (die einen kamen gegen 23:00 vom Tapir zurück, die anderen von der Geißelspinne (Amblipygi)), präsentieren uns Sebastião und Rainer eine nächtens gefangene Regenbogenboa (Epicrates cenchria), ein wunderschön gefärbtes Tier. Eine kanadische Tierfotografin und wir lichten die Boa über die nächsten Stunden ab, angemessen schön wie das Bild zeigt. Foto: RR Rio Cristalino Die letzte Etappe unserer 52-stündigen Anreise führt uns von Alta Floresta zum Rio Cristalino. Dazu steigen wir zuerst in einen geländegängigeren Bus um und zuletzt in zwei Boote. Wir haben Glück, es ist trocken. Trotzdem hat Alfredo Bedenken, weil es den ganzen Tag davor durchgeregnet hat. Der deutschstämmige Brasilianer ist in den nächsten Tagen einer unserer Führer, der einzige, der sich mit uns auf Deutsch unterhalten kann. Am nächsten Morgen fährt eine der Gruppen mit Alfredo flussaufwärts. Der unberührte Regenwald grenzt hier an ein Indianerreservat und an militärisches Übungsgelände. Ich begegne auf dem Serra Trail, wo wir nach zwei Pfeilgiftfroscharten suchen, meinen ersten Wanderameisen (Eciton sp.) und überhaupt ist es schwierig, mehrere Zentimeter weit zu kommen, ohne dass ich durch eine neue Ameisen-Entdeckung aufgehalten zu werden. Die Vielfalt ist nicht zu beschreiben. Von einem Aussichtspunkt aus sehen wir die andere Gruppe, die mit dem Führer Jorge und Rainer Radtke zum 50 m hohen Beobachtungsturm gegangen sind, um dort erste Vögel und Affen zu beobachteten. Ziel erreicht Wir haben es geschafft. Nach 52 Stunden haben wir endlich das Hotel der Rio Cristalino Lodge erreicht. Eine kleine Buspanne war uns noch im Weg, der Rest verlief reibungslos aber holprig. Viel mitbekommen haben wir davon aber nicht, alle verfielen mit Einbruch der Dunkelheit gegen halb acht in einen tiefen Schlaf. Foto: RR Eben haben wir unser suesses Fruehstueck bei gefuehlten 200 Prozent Luftfeuchtigkeit herunter geschlungen und muessen nun auch schon weiter. Dieses mal mit einem weniger hochwertigen Bus, der damit perfekt an die Schlammpiste angepasst ist, die wir nun anpeilen. Danach geht es noch ein Stueck weiter mit dem Boot, bis wir dann endlich unser endgueltiges Ziel am Rio Cristalino erreichen. Dort haben wir kein Internet, damit ist in den naechsten Tagen kein Lebenszeichen von uns zu erwarten. Die ersten Eindruecke der Fauna im hoteleigenen Garten sind schon fast ueberwaeltigend. Trotz Hunger bestaunten wir vor dem Fruehstueck noch die riesigen Schmetterlinge und zu meiner besonderen Freude bekam ich meine erste Blattschneiderameisenstrasse in Natura zu sehen. Warten in Sao Paulo Wir sitzen fest. Wie schon fast zu erwarten war, haben wir unseren Anschlussflug von Sao Paulo nach Cuiabá verpasst. Gestern saßen wir planmäßig um 22.40 Uhr im Flieger, bald setzte sich dieser auch in Bewegung, doch nach einer Viertelstunde Herumfahren, fragten wir uns schon, ob wir denn noch abheben würden. Das taten wir nicht, der leichte Sprühregen fror wohl auf den Tragflächen fest und die mussten erst einmal enteist werden. Mit brasilianischer Pünktlichkeit hoben wir schließlich gegen viertel vor zwölf vom deutschen Boden ab. Flug und Fleisch Schon Darwin lernte auf seinen von Gauchos begleiteten Streifzügen durch Südamerika die hervorragende lokale “Küche” kennen. Manches Rind wurde da zum Abendessen geschlachtet - gerne geröstet mit dem Fell nach unten oder gebraten über einem Feuer aus den eigenen, gesäuberten Knochen. Der Gaucho selbst rührte auf den Pampas Monate hintereinander nichts als Fleisch an. Foto: Radtke Der Plan In gut zwei Wochen geht es los. Am 16. Februar startet die alljährlich stattfindende Tübinger Brasilien-Exkursion unter der Leitung von Dr. Rainer Radtke und Dipl-Biol. Michael Koltzenburg. In einer 22 Frau und Mann starken Gruppe, die sich aus Studierenden der Biologie und Geoökologie, einigen Wissenschaftlern und den beiden Mitarbeitern des Botanischen Gartens Tübingen, Brigitte Fiebig und Andreas Binder, zusammensetzt, werden wir uns vier Wochen lang unter anderem durch das südliche Amazonien und das Pantanal, eines der größten Binnen-Feuchtgebiete der Erde, schlagen. Dabei werden wir eine unglaubliche Artenvielfalt, aber auch endlose Sojafelder, die von maßloser Umweltzerstörung zeugen, zu sehen bekommen. Dass das kein Spaziergang wird, kann man im Blog (hier) von Axel Weiß nachlesen. Der Umwelt-Fachredakteur des SWR begleitete die letzte Exkursion und führte währenddessen sein vielbesuchtes Internet-Tagebuch. In diesem Jahr möchte ich zusammen mit den anderen daran anknüpfen und immer, wenn wir aus dem Sumpf wieder an einen Telefonanschluss kommen, von den neuesten biologischen Beobachtungen und geoökologischen Erkenntnissen berichten, sowie den Abenteuern, die es brauchte, um erste Einblicke in die Landeskunde zu gewinnen. Ich wünsche euch jetzt schon viel Spaß beim Lesen! – Felix Moll Damit ihr nicht den Dschungel vor lauter Bäumen aus den Augen verliert, folgt eine (notgedrungen etwas grobe) Übersicht über unsere Reiseroute. 1. (17.02.09, 04.55Uhr) São Paulo –> Flughafen Cuiabá Tübinger Brasilien-Exkursion 2010 > Klicken Sie auf das Bild unten K O N T A K T
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